Gibt es an einem Samstagmorgen zum Aufwachen etwas Besseres als einen Spaziergang durch die frisch verschneite Stadt? Ich habe mich noch nie so sehr auf Weihnachten gefreut wie in diesem Jahr - was ja eigentlich kaum verwunderlich ist, denn mehr als auf Weihnachten und bunte Lichter und Weihnachtsbäume und Schlittschuhfahren freue ich mich auf ein Wiedersehen mit all den Menschen, die mir am Herzen liegen und die ich jetzt schon ein Weilchen nicht gesehen habe. Noch zwei Wochen!
In zwei Tagen geht es mit Sociology los. Bis zum zwanzigsten Dezember sollte ich meine Tage hauptsächlich mit Büchern, Tee, Mindmaps und Revision füllen. Und dann ist auch schon Weihnachten!
...zumindest an der Wand: Brass Monkey (14 Drummond Street) ist wirklich der perfekte Pub: Es gibt Tee und Filmplakate an der Wand, riesige Sofas füllen den Hinterraum, um drei Uhr nachmittags wird auf einer großen Leinwand je nach Belieben ein Film gezeigt - und es gibt mehr als genug Ablenkung vom Politiklernen.
Durcheinandergemischt, ein paar Bilder aus den letzten Tagen. Gestern hat es gestürmt wie verrückt, heute scheint die Sonne - ich sollte dringend konsequenter sein als das Wetter, denn meine erste Prüfung steht schon am 8. Dezember an, und nachdem ich meine Essays erfolgreich hinter mich gebracht habe, möchte ich eigentlich auch dafür solide vorbereitet sein. Ansonsten versuche ich gerade das schönste Café für regnerische Tage zu finde, lasse mich von "One Day" zu Tränen rühren, habe jetzt eine hübsche Lichterkette in meinem Zimmer und freue mich auf Weihnachten.
Von Freitag bis Sonntagmittag hat mich mein Vater besucht - ihm bei strahlendem Sonnenschein Edinburgh zu zeigen war wirklich sehr schön, und ich freue mich schon wie verrückt, in vier Wochen Weihnachten und einige schöne Wintertage in Tübingen zu verbringen. Sonntagabend wurde dann gegen später mein zwanzigster Geburtstag gefeiert - Photos folgen hoffentlich bald. Hier aber zunächst einmal einige analoge Bilder.
Im Übrigen schätze ich mich sehr glücklich, Freundinnen gefunden zu haben, mit denen ich bis um zwei Uhr Downton Abbey schauen, reden und Edinburgh bei Nacht genießen kann.
Endlich, endlich habe ich alle meine Essays eingereicht - was dabei rauskommen wird, ist jetzt für eine Weile erstmal irrelevant. Ich bin erleichtert! Obwohl Essays schreiben eigentlich die perfekte akademische Arbeit für mich ist und es mir großen Spaß bereitet, an der richtigen Formulierung und den passenden Gedanken zu arbeiten. Es ist wirklich gut, hier zu studieren. Heute sind meine analoge Kamera und ich durchs sonnige Edinburgh spaziert - dass man bei Boots Photos innerhalb einer Stunde entwickeln lassen kann, ist absolut perfekt für ungeduldige Menschen wie mich. Und heute Abend ziehe ich einen gemütlichen Abend mit Tee und Film den Feuerwerken zum Guy-Fawkes-Day dann doch vor. Was ich in der nächsten Zeit machen möchte: mehr lesen, The Future im Kino anschauen, versuchen, endlich mal wieder etwas zu schreiben und ein paar derjenigen Menschen kennenzulernen, die ich wirklich gerne kennenlernen würde. Mal sehen, was daraus wird! Ich hab ja auch schon anderes hingekriegt. Auf dem dritten Bild sieht man übrigens links unsere Student Union - in deren Library Bar gibt es die besten Nachos überhaupt.
Dieses Buch würde ich am liebsten niemals zurückgeben - es ist nicht nur unglaublich hübsch, sondern hat noch dazu Charakter. Ich frage mich, was das für Menschen waren, die darin rumgeschrieben und rumgekritzelt haben. Gestern war ich im improvisierten Schulmädchenoutfit auf meinem ersten (Halloween-)Ceilidh hier, einem traditionellen Tanz, bei dem man im Zweifelsfall und je nach Übermut des Tanzpartners ganz schön rumgewirbelt wird. Ich hatte aufgrund eher mangelhaftem Talents fürs Tanzen etwas Angst davor - aber es war furchtbar witzig, sehr anstrengend und hat unglaublich Spaß gemacht!