Donnerstag, 12. Januar 2012

Genutzte Zeit


Like Crazy (2011) - Anna kommt aus Großbritannien, Jacob aus den USA. Sie verlieben sich während des Studiums in Los Angeles und scheinen perfekt für- und zueinander zu sein. Das Ganze wird kompliziert als Visa-Probleme sie räumlich trennen und das Leben zusätzlich dazu auch noch seinen Teil beiträgt - in Form von neuen Menschen, Gefühlen und Träumen. Wunderbar und schmerzhaft realistisch und gerade deshalb so gut. Die Dialoge wurden übrigens größtenteils improvisiert, was für die emotionale Stimmigkeit und Verbindung des gesamten Filmes und der brillanten Hauptdarsteller Felicity Jones und Anton Yelchin spricht. "I didn't know, don't know, about the in-between bits; the gory bits of you, and the gory bits of me."


Last Night (2011) - Joanna und Michael haben jung geheiratet und wirken eigentlich glücklich und harmonisch verliebt. Dass das manchmal nicht reicht, suggeriert dieser Film, der den Zuschauer - falls er, so wie ich, zumindest ein klein wenig romantischer Idealist ist - mit einem ziemlich unguten Gefühl zurücklässt. Während einer schicksalträchtigen Nacht fühlen sich beide Partner zu neuen - oder aufgefrischten - Versuchungen hingezogen und kämpfen mit ihrem Gewissen gegen die Anziehungskraft. Während mir die Kombination Sam Worthington/Eva Mendes durchgehend unsympathisch war, gefielen mir Guillaume Canet und Keira Knightley gemeinsam umso besser - da kann man ja nicht anders, als ein bisschen parteiisch zu sein. "And in the middle of most nights when I can’t sleep, I still replay you.”

An Education (2009) - Carey Mulligan spielt so oder so immer wunderbar, und auch als ein bisschen naives, britisches Schulmädchen der sechziger Jahren, das von einem älteren Mann mittels Kunst, Kultur und Paris verführt wird, ist sie mitreißend - von den wunderbaren Kleidern und Frisuren ganz zu schweigen. Phasenweise angenehm verträumt und ästhetisch und dann doch wieder auf dem Boden der Tatsachen angesetzt - so würde ich An Education beschreiben, und das ist ja nicht nur für Filme eine solide Kombination. Peter Saarsgard ist allerdings nicht unbedingt der vertrauenerweckendste potentielle Schwiegersohn, den man sich vorstellen kann - ein bisschen unglaubwürdig ist es schon, sich von seinem Charme so beeinflussen zu lassen, aber das schadet dem Film eigentlich nicht weiter. "I'm going to read what I want, and listen to what I want, and I'm going to look at paintings and watch French films, and I'm gonna talk to people who know lots about lots."

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